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  • AutorenbildAndreas Dalberg

Erste Hilfe bei Stress III: Das Körpergewahrsein

Die dritte Achtsamkeitsübung, die bei Stress sofort hilft: das Körpergewahrsein.

 

Drei Achtsamkeitsübungen helfen in stressigen Situationen: die 426er-Bauchatmung, der Atemfokus und das Körpergewahrsein. Die ersten beiden Übungen wurden schon vorgestellt. Hier findest Du nun noch eine einfache Anleitung, wie Du das Körpergewahrsein üben kannst…

 

Körpergewahrsein klingt sperrig, meint aber nichts anderes als Körperbewusstsein. Sprich: Du lenkst Deine Aufmerksamkeit nicht mehr nur auf den Atem (wie bei den ersten beiden Übungen), sondern weitest sie auf den ganzen Körper. Das heißt: Du spürst Deinen Körper. Es geht also nicht darum, sich den Körper (oder einzelne Stellen) im Geiste vorzustellen, sondern: ihn tatsächlich zu spüren. Das ist ein großer Unterschied. Wenn Du Dir etwas vorstellst, bist Du „im Kopf“, wie es so schön heißt. Hingegen: Wenn Du Deinen Körper spürst, bist Du bei Deinem Körper, bist ihm ganz nah, so nah, dass kein Gedanke oder inneres Bild mehr zwischen Dir und dem Spüren Deines Körpers kommt. Dann kann man auch sagen: Du bist voll und ganz „im Körper“.

 

Wenn Du Deine Aufmerksamkeit auf Deinen Körper richtest, wird sie durch den Körper wandern. Sie wird mal hierhin, mal dorthin springen, Du wirst mal Deinen linken Fuß spüren, mal Deinen Bauch, mal Deine rechte Schulter, mal Deinen Kopf. Das ist völlig in Ordnung.

 

Ab und an wirst Du auch besondere Körperempfindungen wahrnehmen. Das kann ein Ziehen in der Schultermuskulatur sein, ein Kribbeln in der Hand oder Wärme in der Brust oder… All das, was da an besonderen Körperempfindungen auftritt, lässt Du zu, nimmst es wahr, spürst es, lässt es dann aber auch wieder los und öffnest Dich wieder für die Wahrnehmung anderer Körperstellen. Vielleicht gelingt es Dir ja auch hin und wieder, Deinen ganzen Körper zu spüren…

 

Was Dir den Einstieg in diese Übung erleichtert: Stell Dir vor, Du triffst Deiner besten Freundin. Du freust Dich auf dieses Treffen und bist interessiert, wie es ihr geht. Du verfolgst mit liebevoller Aufmerksamkeit, was sie erzählt, welche Gestik und Mimik sie hat, wie es ihr geht… Du bist also ganz bei ihr… Und genauso machst Du es bei der Begegnung mit Deinem Körper: mit liebevoller Aufmerksamkeit wahrnehmen, wie es ihm geht, was gerade los ist in ihm, mit ihm…

 

Womöglich wirst du während der Körpergewahrseinsübung auch mal eine Intuition haben, was Dir gerade guttun würde, welches Bedürfnis Du im Augenblick hast, was Dein jetzt Körper braucht… Dies sind wichtige Botschaften, die Du ernst nehmen und am besten gleich nach der Übung umsetzen solltest.

 

Die Übung des Körpergewahrseins, die sehr einfach, aber effektiv ist, solltest Du mindestens zehn Minuten am Tag pflegen. Es spielt übrigens keine Rolle, ob Du die Augen geöffnet oder geschlossen hast.

 

Wenn Du die drei Erste-Hilfe-Achtsamkeitsübungen insgesamt eine halbe Stunde am Tag durchführst, wird Dir das eine erste Entlastung bei Deinem Stress-Erleben bringen. Sollte dies nicht der Fall sein, könnten sich die Stress-Symptome schon verfestigt haben und intensiveres Üben nötig sein, am besten in einem MBSR-Kurs. Gerade wenn eine Stress-Reaktion dauerhaft auftritt (man fühlt sich unentwegt innerlich gehetzt; oder das Herz schlägt immer wieder mal grundlos schneller, man hat also Herzklopfen;  oder man schwitzt, obwohl man sich körperlich nicht anstrengt), dann solltest Du nicht zögern, sondern handeln und Dir etwas Gutes tun.


In Kürze wirst Du diese Übung auch als Anleitung auf Youtube finden, so dass Du sie jederzeit hören kannst.



Erste Hilfe bei Stress: Körpergewahrsein
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